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Ungdomshuset Solidemo in Dorfen

Am vergangenen Freitag Abend führten ca. 60 Menschen aus dem Umfeld des selbstverwalteten Jugendzentrums Dorfen (jz) eine spontane Solidemo für das geräumte Ungdomshuset durch. Die Angermaierkreuzung, Verkehrsknotenpunkt der bayerischen Kleinstadt, konnte für ca. 30 Minuten blockiert werden. Auf der Bundesstraße staute sich zeitweilig der Verkehr. Die Polizei versuchte, die Kreuzung wieder freizubekommen und die Versammlung auf einen Parkplatz zu verweisen. Dem wurde nicht Folge geleistet, stattdessen wurde noch ein lautstarke Demo durch die Stadt durchgeführt.
Nach der Demonstration fand ein Reggaekonzert im jz statt. Die Polizei reagierte auf die Demonstration wie zu erwarten mit Repression.
Vor dem Jz wurden von der Polizei Personenkontrollen durchgeführt, Leute gefilzt, Taschen ausgeleert. Um halb eins drangen mehrere Polizisten in das jz ein, an beiden Eingängen wurden Beamte postiert, das jz praktisch abgeriegelt. Die Personalien der Anwesenden wurden unter dem Vorwand einer Jugendschutzkontrolle kontrolliert und registriert. Die Polizei unternahm einen Versuch, auch die nichtöffentlichen Räume des jz , wie etwa das Büro, zu durchsuchen. Dies konnte unterbunden werden, zeigt aber deutlich, was der eigentliche Zweck der Razzia war. Gegen das Jz wurde wegen angeblicher Jugendschutzverstöße Anzeige erstattet.

Die örtliche Lokalpresse (Dorfener Anzeiger) verstieg sich wie üblich in reißerischer Berichterstattung (Titel: „Solidarität mit Krawallmachern – JZ-Demo für Jugendhaus in Kopenhagen“). Die CSU-Stadtratsfraktion meint, die Aktion sei „in keinster Weise zu dulden“, es müsse „harte Konsequenzen“ geben, man müsse „knallhart durchgreifen“. Die Überparteilichen meinen „Die Solidaritätsbekundungen zeigen, dass Leute am Werk sind, die man nicht gutheißen kann.“ Bei der Diskussion um Rechtsextreme werde in Dorfen das linksradikale Spektrum oft vergessen. Ein für Samstag geplantes Antifa-Solikonzert wurde nun von Stadt und Presse in ein Ungdomshuset-Solikonzert umgedeutet. Die Stadt will dieses Konzert nun wohl verhindern und hat Staatsschutz und Landratsamt eingeschaltet. Das Konzert findet natürlich trotz staatlicher Zensurbemühungen statt.

Aktuell ist zu den Vorfällen noch keine offizielle Stellungnahme des jz verfügbar, wurde aber für die nächsten Tage angekündigt und wird auf der Homepage des jz (www.jz-dorfen.de) veröffentlicht.