/> Gedanken Zum 8.Mai 2008: « [ F.A.U.L. – Forum Autonomer Umtriebe Landshut ]

Gedanken Zum 8.Mai 2008:

Heute jährt sich zum 63. Mal das Ende, des von Nazideutschland ausgelösten 2.Weltkrieges.
Für uns ein Grund zu feiern! Nicht trotz, sondern gerade weil wir uns entschieden gegen Krieg, Folter und Unterdrückung stellen, sind uns die alliierten Soldaten, Panzer und Flugzeuge ein Symbol der Befreiung. Keiner der deutschen Kriegsgegner hatte den Krieg begonnen, doch gemeinsam haben sie ihn am 8.Mai 1945 beendet und dafür gebührt ihnen noch heute unser Dank. Nur dem Einsatz der alliierten Soldaten ist es schließlich zu verdanken, dass Krieg, Folter und der industrielle Massenmord an Millionen von Menschen beendet werden konnten. Der Sturz des, durch Antisemitismus, Rassenwahn, Militarismus und Nationalismus geprägten Nazi-Deutschland war für dieses Ende unbedingte Notwendigkeit. Durch die Befreiung vom Hitlerfaschismus ist es möglich, dass wir heute auf die Straße gehen können, um laut zu sagen:
Nie wieder FASCHISMUS, nie wieder KRIEG!

Heute jährt sich zum 63. Mal das Ende, des von Nazideutschland ausgelösten 2.Weltkrieges.
Für uns ein Grund uns zu wehren! Wir wehren uns gegen bürgerlichen und rechtsradikalen Geschichtsrevisionismus, der versucht die Geschichte neu zu erzählen. Befreier sind keine Besatzer! Zerstörung von Infrastruktur ist kein Bombenterror und schon gar kein Bombenholocaust! Wer versucht auf solch unerträgliche Weise Tote mit Toten aufzuwiegen, relativiert damit zweifelsohne das, von den Nazis ausgegangene Leid, das von deutschem Boden ausgegangene, dunkelste Kapitel der Menschheit. Die Bomben, die auf Städte wie Dresden fielen, sind nicht zu vergleichen mit dem systematischen Massenmord in Auschwitz und anderswo! Die Zerschlagung Nazideutschlands und damit auch die Befreiung der noch nicht ermordeten Deportierten machten dieses militärische Vorgehen notwendig.
Schluss mit jedem Geschichtsrevisionismus!

Heute jährt sich zum 63. Mal das Ende, des von Nazideutschland ausgelösten 2.Weltkrieges.
Für uns ein Grund zu erinnern und zu gedenken! Wir gedenken den über 6 Millionen ermordeten Juden. Ihre bloße Existenz machte sie zum Ziel des nationalsozialistischen Mordapparats, ihre Vernichtung sollte eine Endgültige sein und ist in der Geschichtsschreibung einmalig. Unsere Trauer gilt ebenso den hundert tausenden Toten slawischer Abstammung, Sinti und Roma, Behinderten, KommunistInnen, SozialdemokratInnen, Homosexuellen und allen Anderen, die in den Arbeits- und Konzentrationslagern ausgelöscht wurden. Des weiteren wollen und dürfen wir nie das Leid vergessen, welches mit dem deutsche Angriffskrieg über diese Welt hereinbrach, denn schon die Erinnerung an die faschistischen Gräueltaten ermahnt uns, an jedem Ort und zu jeder Zeit, die Grundlagen des Faschismus zu bekämpfen. Niemals darf in Vergessenheit geraten, welch Schrecken sich in den zwölf Jahren nationalsozialistischer Herrschaft abspielten.
Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Frieden und der Freiheit ist unser Ziel.
(aus dem „Schwur von Buchenwald“)

Heute jährt sich zum 63. Mal das Ende, des von Nazideutschland ausgelösten 2.Weltkrieges.
Für uns ein Grund zu kämpfen! Wir kämpfen dagegen an, dass Rechtsextremismus noch immer in allen Schichten, Regionen und Altersgruppen der deutschen Gesellschaft verbreitet ist. 39,1% der Deutschen halten „ihr“ Land für „im gefährlichen Maße überfremdet“. 17,8% halten den „Einfluss der Juden für zu groß“ und 15,2% sehnen sich nach „einem Führer, der Deutschland mit starker Hand regiert“. Knapp 60 % der Deutschen, die solchen Aussagen zustimmen, wählen CDU/CSU, SPD oder Bündnis 90/Die Grünen. Der Rechtsextremismus ist längst wieder in der gesellschaftlichen Mitte angekommen. Wir haben es satt, das Politiker aller Couleur schamlos mit rechten Parolen auf Stimmenfang gehen und damit für eine weitere Forcierung von Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass sorgen. Wir haben es satt, dass rechtsextremes Gedankengut wieder bei breiteren Bevölkerungsschichten Anklang findet.
Damit muss Schluss sein!
(Alle Zahlen Friedrich-Ebert-Stiftung 2005: „Vom Rand zur Mitte“)

Heute jährt sich zum 63. Mal das Ende, des von Nazideutschland ausgelösten 2.Weltkrieges.
Für uns ein Grund zu kritisieren! Wir kritisieren den zurückgekehrten oder besser gesagt nie verschwundenen deutschen Militarismus. „Nie wieder Krieg von deutschem Boden“ so waren sich nach `45 Viele einig. Welch kurze Zeit „nie wieder“ sein kann, musste Mensch nach nicht einmal zehn Jahren feststellen, als am 5.Mai 1955 die Wiederbewaffnung des NS-Nachfolgestaates auf dem Programm stand. Das von Roosevelt ausgegebene vorrangige Kriegsziel der Alliierten, die „Zerschmetterung des deutschen Militarismus“ wurde somit negiert. Die Bundeswehr gibt sich seither noch nicht einmal die Mühe zu verbergen, in wessen Tradition sie steht. Militaristische Traditionspflegevereinigungen schossen wie Pilze aus dem Boden und fanden in der Bundeswehr nicht nur glühende Sympathisanten, sondern auch eifrige Unterstützer.
So wurden auch 2007 ca. 71 SoldatInnen zur tatkräftigen Unterstützung des „Gebiergsjägertreffen“ im bayrischen Mittenwald abgestellt. Unter den mindestens 1500 Feiernden waren zahlreiche, nicht verurteilte Kriegsverbrecher aus der 1. Gebirgsjägerdivision, die die Massaker u.a. in Komeno und Kephallonia zu verantworten haben. Ebenfalls mit von der Partie waren Veteranen der faschistischen Mussolini-Division „Monterosa“ und die „Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger“.
Vergangenes Wochenende wiederholte sich dieses widerliche Schauspiel zum 51. Mal und auch dieses Jahr machte die Bundeswehr keinen Hehl aus ihrer innigen Beziehung zu den Mördern von einst. Alte und neue Kameraden Hand in Hand. Es wäre für die Welt deutlich besser gewesen, hätte Deutschland nie Armeen besessen und das wäre auch für die Zukunft das Beste!
Weg mit den Wehrmachtsnachfolgern! Weg mit der Bundeswehr! Entmilitarisierung jetzt sofort!

Heute jährt sich zum 63. Mal das Ende, des von Nazideutschland ausgelösten 2.Weltkrieges.
Für uns ein Grund uns zu solidarisieren! Wir solidarisieren uns mit den Opfern und versuchen nicht, diese zu diffamieren. Nachdem die Alliierten den 2.Weltkrieg erfolgreich beendet hatten, dauerte es nicht lange, bis sich die Deutschen mit der neuen Situation arrangierten. Nun stellt sich Deutschland dar als moralische Instanz und „Friedensmacht“, die ihre grausame Geschichte schulterklopfend aufgearbeitet und aus dieser gelernt hat. Wie weit Inszenierung und Realität auseinanderklaffen ist in wenigen Zeilen kaum zu umreißen.
Dennoch sehen sich in Deutschland Politiker und Teile der Öffentlichkeit dazu berufen, aus ihrer angeblich moralisch erhabenen Position heraus, andere bürgerliche Staaten als faschistisch zu deklarieren. Was bei dieser Rechnung immer mitschwingt, ist die bewusste oder unbewusste Relativierung der deutschen Verbrechen und des qualitativ einzigartigen deutschen Faschismus. So rechtfertigte der ehemalige Außenminister Joschka Fischer den Kosovo Krieg mit absurden Auschwitzvergleichen, was nicht nur eine untragbare Instrumentalisierung zwecks rot-grüner Interessensverfolgung darstellte, bzw. den Krieg gegen die eigene Partei Basis durchsetzen sollte und Schluss endlich auch durchgesetzt hat, sondern vor allem und in erster Linie eben auch eine weitere Relativierung des Holocausts verkörpert.
Wenn es zur Rechfertigung nötig ist, bedient sich Deutschland also sehr schnell seiner vermeintlichen und aus der eigenen Vergangenheit resultierenden Verpflichtungen. Ein weniger konsequenter Umgang mit diesen Verpflichtungen ist hingegen stets dann zu verzeichnen, würde dieser wirtschaftliche Einbußen bedeuten. So fiel der deutsche Export in den Iran vergangenes Jahr (Zeitraum Januar-November) mit 3,243 Milliarden Euro zwar weltweit auf Nummer zwei der iranischen Warenlieferanten zurück, der Import nahm hingegen trotz, von den USA forcierten Sanktionen um 48% zu. Hier wird in massivstem Umfang Handel mit einem Staat betrieben, in dem zu Teilen ein eliminatorischer Antisemitismus herrscht, dessen politische Führung einen Kongress für Holocaustleugner abhält und wiederholt öffentlich die Vernichtung Israels gefordert hat.
Der geschichtliche Charakter Deutschlands ist der Charakter eines Massenmörders und mit potentiellen Massenmördern umgibt man sich auch 63 Jahre danach nur allzu gern. Genau aus dieser Verlässlichkeit heraus war die Gründung des Staates Israel am 14.Mai 1948 längst überfällig und darf nicht angezweifelt werden, auch wenn es an Israel, in seiner Funktion als kapitalistischen, bürgerlichen Staat natürlich einige Kritik gibt. Zugestanden werden muss zweifelsohne, dass der junge Staat seit dem ersten Tag seines Bestehens auf äußerst effiziente, wenn auch pragmatische Weise sich um ein „nie wieder“ zu kümmern im Stande ist. Jeglicher sachlichen Grundlage entbehrende Verleumdung nach dem Muster „Israel ist der faschistische Staat von heute“ ist entschieden entgegenzutreten. Solche geistigen Exkurse sind keine Kritik sondern blanker Hohn. Faschismus und Antisemitismus sind es schließlich, welche den Staat Israel überhaupt erst zur Notwendigkeit machen. Der zynische Versuch den Verfolgten den Stempel der Verfolger aufzudrücken ist aufs heftigste zu verurteilen, denn er öffnet Tür und Tor für weitere skandalöse Gedankengänge.
„Wenn Sie verstehen wollen, was in den Israelis vorgeht, müssen sie verstehen, dass wir keine Risiken eingehen können. Es gab 6 Millionen Tote in Auschwitz. Jetzt leben 6 Millionen Menschen in Israel. Der Präsident des Iran hat versprochen, uns zu vernichten. Und die Hisbollah hat dies versprochen. Und die Hamas. Wenn dies geschieht, dann werden sie Probleme haben, in Berlins Zentrum noch einmal einen so großen Platz zu finden, wie sie ihn für das Holocaust Denkmal haben.“
Tommi Lapid, Präsident des Holocaust Museums in Yad Vashem.

Heute jährt sich zum 63.mal das Ende, des von Nazideutschland ausgelösten 2.Weltkrieges.
Für uns ein Grund zu applaudieren! Wir applaudieren all jenen, die sich den faschistischen Mördern auf ihre eigene und individuelle Weise widersetzten und wir unterscheiden dabei nicht zwischen „guten“ und „bösen“ AntifaschistInnen. Der Hitler-Faschismus verkörperte ein unmenschliches System, welches es mit allen Mitteln zu bekämpfen galt. Verteilte Flugblätter, Wehrmachts-Desertationen, Sabotageaktionen und Attentate waren nur einige beispielhaft angeführten Möglichkeiten des Widerstandes. Jede dieser Aktionsformen forderte ein schier unvorstellbares Maß an Mut. Um so weniger ist es uns verständlich, warum so vielen AntifaschistInnen, nämlich all jenen, deren Konzepte nicht in die heutige Lichterkettenmentalität und Staatshörigkeit passen, die Ehrungen vorenthalten bleiben, welche ihnen das befreite Deutschland hätte zu teil werden lassen müssen und auch heute noch in weiten Teilen schuldig bleibt. Wie kann es sein, dass diejenigen, die als Richter die Morde an „Wehrmachts- und Volkszersetzern“ absegneten, zu hochdekorierten Ministerpräsidenten und Bundesrichtern aufsteigen konnten, während die Menschen, denen diese Unrechtsurteile auferlegt wurden, bis zum 17. Mai 2002 auf ihre gesetzliche Rehabilitierung warten mussten. Die wenigen Deserteure, welche Todeszelle, KZ und Strafbataillon überlebten, wurden 57 Jahre lang gedemütigt und sind zu meist vorbestraft verstorben.
Die Spaltung in gute Widerstandsgruppen wie der „Weißen Rose“ und „schlechtem“ Widerstand, wie den von Edelweispiraten und KommunistInnen ist in keinster Weise tragbar.
Den Edelweispiraten wurde nicht nur die angebrachte Anerkennung für ihr mutiges Engagement gegen die Hitlerjugend und die von ihnen durchgeführten Angriffe auf NS-Repräsentanten verwehrt, nein, die BRD Behörden hielten es vielmehr für angebracht, sie auch in den Jahren nach dem Nationalsozialismus mit Verfolgung und Repression zu überziehen. So fanden sich die Selben, die vor 1945 in den KZ’s nur knapp dem Tode entgangen waren, nach 1945 in den Knästen des neuen deutschen Staates wieder. Dies ist jedoch nicht völlig überraschend, angesichts des Umstandes, dass an der personellen Zusammensetzung der Gerichte und Ermittlungsbehörden, auch nach der Befreiung eine gewisse Kontinuität zu verfolgen ist.
Geht man heute, 2008 durch Landshut, fallen einem an vielen Stellen Denkmäler ins Augen. Vertriebenen Denkmäler. Einen Ort des antifaschistischen Gedenkens und Dankens sucht Mensch indes vergebens.
So bleibt es 63 Jahre nach der Befreiung vom Hitlerfaschismus an uns, den antifaschistischen WiderstandskämpferInnen, egal ob akzeptiert oder kriminalisiert, die Anerkennung teil werden zu lassen, die sie für ihren Mut und ihre Entschlossenheit zweifelsohne verdienen. Möge ihr Geist ewig leben!
Widerstand! Gestern, heute, IMMER!

Und heute, 63 Jahre danach?

Den Faschisten entgegentreten wo ihr sie seht!
Auf ALLEN Ebenen, mit ALLEN Mitteln!